Die Erschließung der Alpen durch alpine Unterkünfte erfolgte
hauptsächlich zur Zeit der Jahrhundertwende, Die Gipfel wurden
größtenteils noch vom Tal aus erstbestiegen, erst später kam der Ruf
nach Hütten als Stützpunkt, um das Bergsteigen zu erleichtern. Auch in
den Bergen des Rätikon wurden Hütten gefordert, so war die
Lünerseehütte (spätere Douglasshütte) um 1870 überhaupt die erste
bewirtschaftete Alpenvereinshütte in den Ostalpen, die dann in der
Folge einen richtigen Bauboom auslöste. Nach dem Bau der Tilisunahütte
und der Sarotlahütte beschlossen 1906 einige weitsichtige
Alpenvereinsfunktionäre aus Schruns es „solle auf der Alpe Filifau
eine Unterkunftshütte erbaut werden, da von dieser Thalseite die
Cimbaspitze einen höchst interessanten & lohnenden Anstieg
biete...". Schon 1908 wurde die Hütte dann auch gebaut und
1909 als Filifauhütte eröffnet. Diese erste Hütte bot 2 Zimmer mit 3
Betten und 6 Matratzenlager, was sich ziemlich bald als zu wenig erwies.
So wurde gleich nach dem ersten Weltkrieg eine erste Erweiterung
beschlossen und auch in der weiteren Folge wurde die Hütte, die dann zu
Ehren des Vorsitzenden des Vorarlberger Alpenvereins den Namen Heinrich
Hueter Hütte erhielt, öfters umgebaut und erweitert. In den Jahren von
1976 bis 1976 erhielt die Heinrich Hueter Hütte ihr heutiges Gesicht
durch die letzte große Erweiterung. Jetzt bietet die Hütte Platz für
130 Gäste zur Übernachtung in einfachen Zimmern und Matratzenlagern
sowie zwei gemütliche Gaststuben zur Bewirtung.
Die Hütte ist einerseits ein lohnendes Ziel für schöne und
einfache Wanderungen im Rellstal, das auch für Familien leicht
erreichbar ist (Kinderspielplatz und Sonnenterasse), andererseits ein
wichtiger Stützpunkt bei Rätikondurchquerungen und vor allem auch
Ausgangspunkt für die Besteigung der Zimba und des Saulakopfs. Auf
diese Gipfel führen schöne Klettertouren im mittleren
Schwierigkeitsgrad, die sämtlich in den letzten Jahren mit modernen
Haken zur Sicherung ausgerüstet wurden.
In diesem Jahr erfolgte auf der H. Hueterhütte ein Pächterwechsel,
neuer Hüttenwirt ist der Schrunser Bergführer und Hauptschullehrer
Hanno Dönz, der damit in die Fußstapfen seiner Vorfahren tritt, da
beinahe alle Montafoner Alpenvereinshütten einmal von der Familie seiner
Urgroßeltern bewirtet wurden. Er ist Obmann des Vorarlberger
Bergführerverbandes und hat dadurch auch die Möglichkeit, vom
Stützpunkt der Heinrich Hueter Hütte aus jederzeit geführte Touren
auf die Berge der Umgebung anzubieten. Weiters soll die Hütte in den
kommenden Jahren auch Ausbildungsstützpunkt für Alpinkurse und
Austragungsort für Kurse aller Art und Firmenseminare werden.